Seelsorge

Liebe Patientin, lieber Patient,

Sie sind gerade dabei sich im Krankenhaus „einzurichten“. Sie haben ihr Zimmer und ihr Bett zugewiesen bekommen. Sie haben ersten Kontakt mit Schwestern oder Pflegern des Klinikums und den Mitpatientinnen oder Mitpatienten in ihrem Zimmer gehabt. Nun liegen Sie vielleicht in ihrem Bett und studieren die Broschüre des Klinikums. Sie versuchen, sich einen Überblick zu verschaffen über diese „Welt“, die ihr Leben in den nächsten Tagen bestimmen wird. Viele Fragen, Erwartungen und Hoffnungen bewegen Sie. Vielleicht sind Sie eine Frau, die voller Freude ist, weil Sie ein Kind zur Welt gebracht haben. Oder Sie sind ein Mensch mit der düsteren Ahnung, dass der Lebensweg in Folge der Erkrankung eine entscheidende Wendung nehmen könnte.

Ob Hoffnung auf neues Leben oder die schmerzlichen Gedanken des Abschieds von der bisherigen Lebensgestaltung – es gibt eine Unmenge von Eindrücken, die allesamt geordnet und verarbeitet werden wollen.

Der Aufenthalt im Klinikum bringt für Sie ganz automatisch die Notwendigkeit, sich den Herausforderungen zu stellen. Sie erleben Ihre besorgten Angehörigen und Freunde. Sie registrieren anders, genauer wer Sie besucht und was gesagt wird. Das im wahrsten Sinne des Wortes „notwendige“ Angewiesensein auf das Personal des Klinikums will anerkannt werden. Sie hören Kranken- und Lebensgeschichten von ihren Bettnachbarinnen oder Bettnachbarn. Und da sind mitunter plötzlich Fragen nach dem Sinn des Lebens. Dabei entdecken Sie, wie wichtig jetzt ein Gespräch mit einem Menschen wäre, der Zeit und auch die nötige Distanz hat, sich ihren Überlegungen stellen zu können.

Als Krankenhausseelsorger habe ich Zeit für Gespräche. Ich kann Sie in der Zeit Ihres Aufenthaltes hier begleiten. Ich möchte mit Ihnen nach Antworten suchen.

KrankenhausseelsorgeDas Symbol der Krankenhausseelsorge versucht zu zeigen, dass auch das Abbrechen und Absterben zur Wahrheit unseres Lebens gehört. Es macht aber auch deutlich: Neues Leben, Vertrauen und Hoffnung können wachsen. Die Form des Kreuzes weist auf Jesus Christus hin, der uns zum Heil werden kann.

Ihren Gesprächswunsch geben die Schwestern, Pfleger, Ärztinnen und Ärzte gerne weiter. Per Telefon können Sie sich auch selbst über die Nummer 1131 melden und ihren Wunsch mit Name und Station auf den Anrufbeantworter sprechen.

Jeden Montag ist 19.00 Uhr Gottesdienst im Andachtsraum der Klinik, der übrigens immer offen ist und zur Andacht, zu stillem Gebet und Schweigen einlädt.
In der Regel hält den Gottesdienst am ersten Montag im Monat Pfarrer Tschöpe von der römisch-katholischen Kirchengemeinde Auerbach.

Helmut Henke

Mit guten Wünschen für Ihre Gesundheit
an Leib und Seele

Helmut Henke
Pfarrer